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Montag, 30. Januar 2017

Termin der B&T-Behördentage im Visier: 20. und 21. Juni 2017

Thun (ww) Der Termin für die traditionellen B&T-Behördentage steht fest: Wie unsere Freunde aus Thun eben mitteilten, finden sie heuer am 20. und 21. Juni auf der Militärschießanlage Guntelsey statt.


Die B&T-Behördentage sind der mit Abstand grösste Fachevent dieser Art in der der Schweiz. B&T stellt ja nicht nur Waffen, Schalldämpfer und Montagen her, sondern ist auch Großhändler für diverse international renommierte Marken. Somit umfasst die Ausstellung ein breites Spektrum an Polizei- und Behördenausrüstung. Es werden über 20 weitere Aussteller, darunter namhafte Firmen wie HK, Aimpoint, 5.11, BlackHawk, Simunition, Kahles, 3M, RUAG, First Spear und viele andere vor Ort ausstellen. Besucher haben die Gelegenheit, die neuesten Produkte dieser Firmen persönlich zu begutachten und sich mit den Experten auszutauschen. Darüber hinaus können die Waffen von B&T und von Heckler & Koch vor Ort testgeschossen werden. Technische Vorträge und Praxisworkshops runden das Angebot der kostenlosen Veranstaltung ab. Um den Fachbesuchern die Möglichkeit zu geben, mit den Firmenvertretern in aller Ruhe und offen zu sprechen, aber auch um einen Gedankenaustausch unter den Anwesenden zu ermöglichen, ist die Veranstaltung exklusiv nur für Polizei, Militär, Behörden und Vertreter von ausgewählten Sicherheitsorganisationen. Interessenten sollten sich vorab unter www.bt-ag.ch/behoerdentage mit Legitimationsnachweis anmelden. Ein kurzer Eindruck der letzten Veranstaltung findet sich hier.

Dienstag, 24. Januar 2017

Jahresbericht 2016 des Wehrbeauftragten übergeben

Berlin (ww) Der Wehrbeauftragte des Deutschen Bundestages, Dr. Hans-Peter Bartels, hat heute (24. Januar 2017) seinen Jahresbericht 2016 an den Bundestagspräsidenten übergeben.

Hans-Peter Bartels (M.) bei der Übergabe des Jahresberichtes 2016. Foto: Bundestag
Die Unterrichtungen des "Ombudsmannes der Soldaten" gehören zur sicherheitspolitischen Pflichtlektüre. Daher HIER der Verweis zu dem Jahresbericht 2016 (58. Jahresbericht) über den aktuellen Zustand der Parlamentsarmee.

Montag, 23. Januar 2017

Auf (Drei-)Zack - Kommando Spezialkräfte der Marine auf der boot 2017

Düsseldorf (ww) Als begeisterter Wassersportler besuche ich sehr gerne die boot in Düsseldorf. Nachdem ich letztes Jahr ausgesetzt hatte, führte mich dieses Mal der Weg gleich wieder in Halle 3 zu den Tauchern. Seit Jahr und Tag stellen dort auch Kampfschwimmer und Minentaucher ihre Aktivitäten vor, so auch auf der boot 2017.

Kampfschwimmer im Tauchturm auf der boot 2017. Foto: JPW
Erstmals auf der altehrwürdigen Wassersportmesse zu sehen war dieses Jahr auch das neue Barettabzeichen des Kommando Spezialkräfte der Marine.

Das neue Barettabzeichen des Kommandos Spezialkräfte der Marine (KSM). Foto. JPW
Es zeigt einen Dreizack im Eichenlaubkranz. Selbstverständlich ist es in Gold gehalten und sitzt an dem marineblauen Barett - wie zuvor das von den Kampfschwimmern getragene Barettabzeichen der Marinesicherungstruppe.

Freitag, 20. Januar 2017

Modular Handgun SIGstem - Nachfolge der M9 in der U.S. Army entschieden (mit Nachträgen)

Washington D.C./Newington, New Hampshire/USA (ww) Zum Ende der SHOT Show kommt die Nachricht, die nicht nur in den USA für Aufsehen sorgen dürfte: Die U.S. Army hat SIG Sauer mit der Lieferung des Modular Handgun Systems beauftragt!
Die SIG MHS 320, oben Full Size mit Magazin mit erweiterter Kapazität, unten die Kompaktversion. Beiden gemeinsam ist der erdfarbene Farbton und die externe Sicherung Auf dem Verschluss steht "XM17", die Modell-Katalogisierungsnummer des MHS. Foto: SIG Sauer

Die Waffen von der rechten Seite. Danke an Sabina und Frank, die dieses Foto übermittelten.

Wie das US-Verteidigungsministerium heute (19. Januar 2017) bekannt gab, erhielt SIG Sauer einen Lieferauftrag in Höhe von 580,217,000 US-Dollar (544.243.546 Euro). Die Leistungen umfassen Pistolen, Zubehör und Munition und werden voraussichtlich Anfang 2027 abgeschlossen sein.

Dienstag, 17. Januar 2017

Militärisches MakeUp – neue Gesichtstarncreme von BCB International

Cardiff (UK)/Las Vegas (USA) Die britische Firma BCB International stellt gegenwärtig auf der SHOT Show ihre neue Produktpalette für Gesichtstarnschminke vor. Noch bis zum 31. Januar läuft darüber hinaus der Fotowettbewerb "Masters of Camouflage 2017".
Foto: BCB International

Zu den neuen Produkten gehört unter anderem eine neue zusammendrückbare Gesichtstarncreme. Unternehmenssprecher Phillippe Minchin: „Unser Chemiker-Team arbeitet unermüdlich daran, unsere Gesichtstarnschminke zum besten militärisch verfügbaren Produkt zu machen. Wir sind stolz, unseren Teil dazu beizutragen, dass sich unsere Soldatinnen und Soldaten vor dem Feind verbergen zu können. Ob bei Kälte, Hitze oder im urbanen Umfeld – unsere Tarnfarben lassen sie nicht im Stich.“
Bis zum 31. Januar können BCB-Nutzer (mindestens 18 Jahre alt) am Masters of Camouflage 2017 teilnehmen. Einfach ein Bild von sich mit Tarnung unter dem Betreff "Masters of Camouflage January 2017" an info@bcbin.com einsenden.
Das Bewerbungsfoto des SuT-Blogs beim Masters of Camouflage 2017. Dem Gegner nimmt hier zusätzlich Nebel durch Tabakgenuss die Sicht! Foto: JPW

Der Teilnehmer muss die Rechte am Bild haben und sich damit einverstanden zeigen, dass BCB das Bild für Marketingzwecke verwenden darf. Es winken attraktive Sachpreise aus dem Hause des Outdoor-Ausrüstungsspezialisten. Viel Glück!

www.bcbin.com

Freitag, 13. Januar 2017

Fregatte F125 auf Präsentationsfahrt

Rostock/Cuxhaven/Helgoland (ww) Vier neue Fregatten der Klasse F125 sollen demnächst die Deutsche Marine verstärken. Die Schiffe sollen die „Blauen Jungs“ dazu befähigen, auch in weit entfernten Seegebieten über lange Zeiträume Präsenz zeigen zu können und die Seewege gegen Bedrohungen durch Piraterie und Terrorismus, aber auch gegen Flugzeuge, U-Boote und Kriegsschiffe schützen zu können.

F222 "BADEN-WÜRTTEMBERG", das Typschiff der F125-Klasse. Foto: Bundeswehr/Carsten Vennemann
Da im Rahmen des Schutzes von Seewegen auch Ziele an Land bekämpft werden müssen - etwa durch weitreichende Artillerie oder Spezialkräfte – soll die Kooperation mit Heer und Luftwaffe verstärkt werden, beispielsweise durch die Möglichkeit, Soldaten der anderen Teilstreitkräfte einzuschiffen.
Die wesentlichen und weiteren Fähigkeiten in Stichworten:
  • weltweiter Einsatz über längere Dauer (Intensivnutzbarkeit)
  • Teilnahme an sowie Führung von nationalen wie multinationalen Verbänden
  • Teilnahme an sowie Führung von maritimen Operationen auch mittlerer/geringerer Intensität, wie Evakuierungsoperationen oder maritimer Hilfeleistungen (flexible Handlungsoptionen)
  • Automatisierte Abwehr asymmetrischer Bedrohungen
  • Weitreichende taktische Feuerunterstützung von Landeinheiten
  • Unterbringung und Abstützung von Spezial- und spezialisierten Kräften,
bei gleichzeitiger
  • Einsatzdauer im Einsatzgebiet von 24 Monaten
  • Reduzierung der Besatzungsstärke und Umsetzung eines Mehrbesatzungskonzeptes
Gestern (12.01.2017) veranstalteten Marine, BAAINBw und die Industrie eine Präsentationsfahrt mit dem Typschiff der F125-Klasse, der nach meinem Geburtsland benannten "BADEN-WÜRTTEMBERG". Mein Kollege Thomas Wiegold von „augengeradeaus“ hat dazu einen schönen Bericht verfasst, auf den ich hier gerne verweise.

www.marine.de

Donnerstag, 12. Januar 2017

Kommentar: Vielfalt und Verteidigung

Berlin (ww) Brachte der Bundesminister des Innern zu Beginn dieses Jahres die sicherheitspolitische Diskussion mit weitreichenden Vorschlägen zur Weiterentwicklung der deutschen Sicherheitsarchitektur in Schwung, zieht nun seine Kabinettskollegin aus dem Bendler-Block nach.   Am 31. Januar 2017, so wird vorab gemeldet, lässt die Inhaberin der Befehls- und Kommandogewalt im Frieden, Dr. med. Ursula von der Leyen, in Berlin ihren „Startschuss für mehr Vielfalt“ krachen.  Über 200 hochrangige Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Gesellschaft und Militär sowie Angehörige sexueller Minderheiten sind zum Workshop „Sexuelle Orientierung und Identität in der Bundeswehr“ eingeladen. Man erwartet den Generalinspekteur der Bundeswehr ebenso wie die Inspekteure der Teilstreitkräfte und Organisationsbereiche, die Militärbischöfe, den Wehrbeauftragten des Deutschen Bundestags und die Leiterin der Antidiskriminierungsstelle des Bundes. Thema der Veranstaltung ist, „wie die sexuellen Minderheiten in der Bundeswehr am besten mitgenommen werden können.“

Bunte Wehr: Das Logo des Stabselement Chancengerechtigkeit, Vielfalt und Inklusion im Geschäftsbereich des BMVg
Grafik: BMVg
In der Folge sollen wichtige Grundsatzdokumenten zum Thema Vielfalt erarbeitet werden. Ausschlaggebend für die Initiative ist wohl die seit Aussetzung der Wehrpflicht angespannte Nachwuchslage der 170.000-Personen-Armee: „Ob homo-, bi- oder transsexuell – die Kompetenzen aller Bundeswehrangehörigen werden gebraucht und sollen systematisch genutzt werden. Die Bundeswehr muss sich fortlaufend als ein wettbewerbsfähiger, flexibler und moderner Arbeitgeber positionieren.“

Daß das federführende „Stabselement Chancengerechtigkeit, Vielfalt und Inklusion im Geschäftsbereich des BMVg“ mit viel Verve seine Herausforderungen angehen wird,  dürfte außer Zweifel stehen. Daß seine Aktivitäten in der Truppe auf ähnliche Begeisterung stoßen, wie vorangegangene Maßnahmen (etwa das Soldatinnen- und Soldaten-Gleichstellungsdurchsetzungsgesetz), ebenso. Kein Wunder: Toleranz ist das eine, befohlene Begeisterung das andere. Gänzlich unbedeutend ist verordnete Gleichstellung jedoch für die kleine Kampfgemeinschaft.  Denn dem Kämpfer ist es schnurzpiepegal, ob sein Kamerad männlich, weiblich, unentschlossen oder wie auch immer sexuell orientiert ist. Als ausschlaggebend für die Akzeptanz erweist sich die individuelle Kampfkraft – denn das Gefecht stellt alle gnadenlos gleich.

Abgesehen davon verwundert es, daß die Bundeswehrführung nicht mit ähnlicher Begeisterung die Diskussion zur Wiedereinführung der Wehrpflicht angeht. Denn eine (weiterentwickelte) Wehrpflicht oder gar eine Dienstpflicht würde nicht nur eine nebulöse Resilienz zu einer dringend erforderlichen gesamtgesellschaftlichen Wehrfähigkeit steigern, sondern darüber hinaus eine konsequent gleichberechtigte vielfältige Gesellschaft  widerspiegeln.

Jan-Phillipp Weisswange

Mittwoch, 11. Januar 2017

Providentiae memor - die sächsische Polizei rüstet sich

Dresden (ww) Providentiae memor - der Vorhersehung eingedenk: Dieser Wahlspruch zierte einst das sächsische Wappen. Er erinnerte an die Verteidigung des stolzen Staates im Krieg 1806. Für den Kampf gegen den Terrorismus brachte der Freistaat im letzten Jahr ein 15- Millionen Euro-Paket auf den Weg. Am heutigen 11. Januar 2017 erhielten die sächsischen Schutzleute von ihrem Dienstherrn, dem Staatsminister des Innern Markus Ulbig, umfangreiche Ausstattung für Terror- und Amoklagen.
Der sächsische Staatsminister des Innern, Markus Ulbig (M.) neben einem SEK-Beamten und einem Streifenpolizisten in Sonderausstattung. Foto: SMI Sachsen

Hierzu zählen sieben sondergeschützte Fahrzeuge und weiterhin neue Schutzwesten, Helme, Plattenträger und Mitteldistanzwaffen. Die Beschaffung erfolgte aus dem im vergangenen Jahr beschlossenen Anti-Terror-Paket.

Ausschreibung der Bundeswehr: Sturmgewehr Spezialkräfte

Koblenz (ww) In das Vorhaben "Sturmgewehr Spezialkräfte" kommt Bewegung. So veröffentlichte das BAAINBw heute den Auftrag zur "Herstellung und Lieferung von Sturmgewehren für die Spezialkräfte der Bundeswehr". Von September 2017 bis Juni 2019 Insgesamt sollen 1.705 Exemplare angekauft werden. Der geschätzte Auftragswert liegt bei 11 Millionen Euro.

Die geforderten Konstruktionsmerkmale:
1. Kaliber 5,56 x 45 NATO
2. Vollautomatischer Gasdrucklader
3. Beidseitige Bedienbarkeit
4. Signaturdämpfer
5. STANAG 4694 Schienen an Handschutz und Waffenoberseite
6. Länge ohne Signaturdämpfer maximal 900mm
7. Einsatz in Gebieten mit den Klimakategorien A1-3, B1-3, C0-2 und M1-3 gemäß STANAG 4370 ohne Einschränkung der Funktionalität
8. Lebensdauer des Gehäuses mindestens 30.000 Schuss; Lebensdauer des Rohres mindestens 10.000 Schuss
9. Maximal 3,8 kg Gesamtgewicht ohne Magazin und ohne Optik
10. Zubehör wie Lasermodul, Stabtaschenlampe und Trageausrüstung
Neben den 1.705 Serienmodellen sollen zuvor fünf Produktmuster und weitere 40 Nachweismuster geliefert werden.

Mögen die Spiele beginnen!

Montag, 9. Januar 2017

Das richtige Rüstzeug - Trends bei Bekleidung und persönlicher Ausrüstung

Im Trend: Modulare Ausrüstung und Bekleidung und moderne Tarnschemen wie hier der vom WIWeB mit der Truppe entwickelte neue deutsche Multitarndruck. Foto: Bundeswehr

von Jan-Phillipp Weisswange

So sehr sich Ausrüstungsfetischisten („Geardos“) und Anzugsvorschriftenreiter streiten – Einigkeit herrscht darüber, daß zweckmäßige Bekleidung und persönliche Ausrüstung eine Schlüsselrolle für die Kampfkraft des Soldaten einnehmen. In kaum einem anderen Bereich ging die Entwicklung in den letzten Jahren so schnell voran, wie hier.

Großbritannien startete 2009 damit, das Clothing System 95 durch das „Personal Equipment and Common Operational Clothing (PECOC)” und dann durch das „Personal Clothing System (PCS)“ zu ersetzen. Das Projekt VIRTUS wiederum umfasst die Trage- und Schutzausstattung und ergänzt PCS. Äußerlich lässt sich die neue Ausstattung am Multi Terrain Pattern (MTP) erkennen. Es stammt ebenfalls von Crye Precision und löst das klassische Disruptive Pattern Material (DPM) ab.
Russland brachte um die Jahrtausendwende sein „Barmitsa-Programm“ auf den Weg. Dieses umfasste neue Kampfuniformen in diversen Tarnmustern, aber auch ballistische Schutzwesten und Helme, eine modifizierte Trageausstattung und ein Schlafsacksystem. Ende des letzten Jahrzehntes lief das Modernisierungsprogramm Ratnik an, inzwischen ist die dritte Stufe in Arbeit
In Deutschland liefen längere Zeit zwei Entwicklungen parallel, um die noch immer getragene Kampfbekleidung 90 ersetzen können: Die „Bekleidungs-, Schutz- und Trageausstattung(BST)“ des „Infanterist der Zukunft – Erweitertes System (IdZ-ES) und die „Kampfbekleidung Einsatz/Übung“ aus dem WIWeB. Derzeit werden beide Systeme zum „Kampfbekleidungssatz Streitkräfte“ harmonisiert.

Donnerstag, 5. Januar 2017

Cheers to S.O.Tech!

Carson, California/USA (ww) Ein Prosit geht heute über den Atlantik zu S.O.Tech! Unser Freund Jim Cragg und sein Team feiern ihren 20sten Geburtstag!

1997 startete Special Operations Technologies Inc. mit einem Mann und einer Nähmaschine in einer Garage. Seither hat sich die Firma in der Tactical Community einen festen Namen gemacht - auch diesseits des Atlantiks, wo das handgemachte taktische Nylon bei Seul Military Consulting oder Tacwrk erhältlich ist. Jim, all the best to your team and you! I am looking forward for the next decades of new great gear and inventions from your company! Prost!

www.sotechtactical.com

Dienstag, 3. Januar 2017

Modulares Sturmgewehrsystem RS556

Düsseldorf/Kleinraming (ww) Wie bereits berichtet, bringen Rheinmetall und Steyr Mannlicher das modulare Sturmgewehrsystem RS556 auf den Markt. In dem soeben erschienenen Wehrtechnischen Report 5/2016 "Handwaffen und Kampfmittel" haben die beiden Traditionsunternehmen das Projekt näher vorgestellt.
Mit dem Kooperationsprojekt RS 556 dürften Rheinmetall und Steyr Mannlicher  u. a. die Bewerbung um das System Sturmgewehr Bundeswehr" ins Visier nehmen. (Foto: Tom Weber via Rheinmetall/Steyr Mannlicher)

Das RS556 basiert auf dem STM556, welches Steyr Mannlicher erstmals im Jahre 2012 präsentiert hat. Der Gasdrucklader mit einstellbarem Kurzhub-Gaskolbensystem und Drehkopfverschluss im Kaliber 5,56 mm x 45  wiegt in Standardausführung mit 16“-Lauf (406mm) und gefülltem 30-Schuss  Magazin rund 4.200 Gramm. Der kaltgehämmerte Lauf lässt sich schnell und werkzeuglos austauschen. Standardmäßig gibt es Läufe mit 14,5“, 16“, 18“ und 20“ Länge. Durch die längenverstellbare Kunststoff-Schulterstütze kann der Schütze das RS556 optimal an seine Ausrüstung anpassen. Mit 16“-Lauf misst das RS556 maximal 960 mm. Eine spezielle Verschlussführung mit Notlaufeigenschaft soll dafür sorgen, dass die Waffe auch unter extremen Einsatzbedingungen zuverlässig funktioniert. Das deutsch-österreichische Kooperationsprodukt soll mit einem 60%igen deutschen Wertschöpfungsanteil angeboten werden.

Kommentar: Starker Start in schwierigen Zeiten

Berlin (ww) Das neue Jahr ist kaum gestartet, da stellt der Bundesminister des Innern, Thomas de Maizière, weitreichende Vorschläge zur Verbesserung des deutschen sicherheitspolitischen Instrumentariums zur Diskussion. In der heutigen FAZ hat er dazu einen Namensbeitrag veröffentlicht:  „Leitlinien für einen starken Staat in schwierigen Zeiten“.  In dem lesenswerten Artikel (auch auf der Seite des BMI veröffentlicht) schlägt er angesichts der derzeitigen sicherheitspolitischen Risiken – weltweite Wanderungsbewegungen, internationaler Terrorismus, Auflösung von Staaten, globaler Datenverkehr und Digitalisierung des privaten und öffentlichen Lebens – folgende Maßnahmen vor:

- mehr Befugnisse für das Bundeskriminalamt,
- eine Zuständigkeit des Bundes für den Verfassungsschutz,
- den personellen Aufwuchs der Bundespolizei, mehr Befugnisse für dieselbe und ihren Ausbau zu einer echten Bundes-Polizei,
- die Zuständigkeit des Bundes für den Katastrophenschutz,
- die Weiterentwicklung des nationalen Cyber-Abwehrzentrums zur federführenden Stelle bei Großschadenslagen und dessen Befähigung, auch Gegenangriffe führen zu können,
- die Anwendung moderner Technologien zur Gefahrenabwehr (DNA-Analyse, Gesichtserkennung etc.); ein erster Schritt ist der Aufbau einer „Zentralen Stelle für Informationstechnik im Sicherheitsbereich (ZITiS)“,
- eine nationale Kraftanstrengung beim Vollzug der Ausreisepflicht abgelehnter Asylbewerber,
- die schnelle Verwirklichung des europäischen Ein- und Ausreiseregisters (EES),
- die Harmonisierung europäischer Asylstandards und einen „echten Massenzustrom-Mechanismus“

Bemerkenswerterweise spricht der ehemalige Verteidigungsminister auch zwei Mal die Bundeswehr an. So fordert er die bei Überlastung der Polizei deren Unterstützung durch die Bundeswehr, beispielsweise beim bewaffneten Objektschutz. „Die Debatten dazu mögen früher verständlich gewesen sein. Jetzt sind sie es nicht mehr.“ Und das weiterentwickelte nationale Cyber-Abwehrzentrum soll „ die schnellen Eingreiftruppen anderer Sicherheitsbehörden, gegebenenfalls auch der Bundeswehr“ koordinieren können.

Lieber Herr Minister de Maizière, ich unterstütze die meisten Ihrer Punkte! Als Staatsbürger, Souverän und Steuerzahler frage mich sogar, warum einige davon nicht schon längst umgesetzt sind! Weiterhin stelle ich zur Diskussion, ob die Bundeswehr wirklich weiter zu einer teuer beratenen Arbeitgeberin mit stetig sinkenden Einstellungskriterien degenerieren muss. Aus meiner Sicht stünde es einem starken Staat in schwierigen Zeiten besser zu Gesicht, ebenso ein schlagkräftiges, aufwuchsfähiges und durchhaltefähiges Instrument zur militärischen Risikovorsorge einschließlich Territorialverteidigung (antiquiert: „Heimatschutz“) zu haben.  Und das sollte sich in Zeiten dringend gebotener gesellschaftlicher Wehrfähigkeit (Resilienz reicht nicht) auf ein Wehrpflicht- oder Milizsystem stützen.

Jan-Phillipp Weisswange